Maskenball

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Ein Maskenball war geplant und ich hatte nichts zum Anziehen, das musste schnell geändert werden…

Das Basiskleid

Als Basis wählte ich ein Jersey Sommerkleid mit Wasserfallkragen. Dies habe ich aus einem sehr schönen, grünmelierten Jerseystoff genäht, welchen ich wie so oft am Stoffmarkt gekauft habe. Das Kleid ist sehr einfach zu Nähen, es hat nur Seiten- und Schulternnähte sowie vorne und hinten einen Besatz, wobei dieser beim Vorderteil angeschnitten ist um den Wasserfall zu bilden.
Vom Arbeitsablauf also den hinteren Halsausschnitt verstürzen, Nähte zusammennähen, Armlöcher verstürzen, Besatz in der Seitennaht fixieren und Saum umcovern. Die Nähte wurden natürlich beim Jersey mit der Overlock verarbeitet damit es schön elastisch bleibt.
Die Herstellungszeit beträgt ca. 4 Stunden.

Der Rock

Dieser ist sehr simpel, eigentlich nur ein Gummiband mit grünem und schwarzem Tüll darauf genäht und einem Klettverschluss. Die vorderen Kanten sind noch mit einem Handstich auf der Seite fixiert.
Hier beträgt die Herstellungszeit knapp 2 Stunden.

Das Unterbrustkorsett

Dies war klar das aufwändigste Teil am ganzen Kostüm, aber das haben Korsetts hald so an sich. Doch es macht auch grossen Spass sie zu nähen. Nachdem das Schnittmuster fertig war, habe ich erst mal eine Moulure (ein Muster aus billiger Baumwolle) genäht um den Schnitt zu überprüfen. Da ich nur wenige Änderungen machen musste ging ich danach direkt ans Leder welches ich in meinem bevorzugten Ledergeschäft gefunden habe. Es hat tatsächlich fast dieselbe Farbe wie das Basiskleid.

Zuerst schnitt ich die Schnitteile etwas zu gross aus zwei verschiedenen Klebeinlagen zu und klebte diese übereinander auf das Leder. So hatte ich eine gute Kontrolle über die Verteilung der Schnitteile. Die Einlagen sind nötig um dem Leder die Elastizität zu nehmen und es etwas steifer zu machen.Dann schnitt ich die Teile mit den benötigten Nahtzugaben zu und überzog sie mit einem Spitzenstoff von A Propos, einem Stoffladen den ich sehr schätze. Nun wurden die Teile zusammengenäht, die Nahtzugaben in der Taille eingeschnitten damit sie nicht spannen und auseinander gebügelt.
Daraufhin habe ich die schwarzen Lederstreifen mit einem 2mm breiten, doppelseitigen Klebeband auf den Nähten fixiert und angenäht. Dabei habe ich hinten doppelte Schrägstreifen aus Baumwolle mitgenäht um die Stäbe später gut einschieben zu können, im Spitzenstoff auf den Nahtzugaben hätten sie hängen bleiben können.
Die Schnürung machte ich aus demselben schwarzen Leder wie die Streifen.

Nun schnitt ich das Futter zu und nähte es zusammen. Beim Absteppen der Nähte fasste ich in der Taille ein schmales Ripsband mit um einem Ausweiten derselben oder einem Reissen der Nähte vorzubeugen.Jetzt hatte ich also das Leder- und das Futterteil und musste diese noch zusammenbringen. Dazu habe ich zuerst das Futter beidseitig an der Schnürung angestürzt und dann oben und unten die beiden Teile miteinander fixiert. Jetzt konnte ich eine der Kanten mit einem weiteren schwarzen Lederstreifen einfassen. Von der anderen Seite habe ich nun die Stäbe eingeführt und die Kante dann auch eingefasst.

Jetzt könnte man meinen, dass das Korsett fertig war, aber ich wollte noch Strasssteine draufhaben. Also habe ich es mir bequem gemacht und die verschiedenen grünen Steine aufgeklebt. Dann fragte ich mich, ob ich noch ganz viele kleine silbrige oder grüne Steine drauf tun sollte, am Schluss habe ich mich für schwarze entschieden. Gesamthaft dauerte die Herstellung des Korsetts inklusive Schnittmuster und Moulure etwa 18 Stunden, davon brauchte ich etwa 3 Stunden nur fürs Strass aufkleben.

Die Maske

Da ich die Maske nicht von Grund auf selbst machen wollte habe ich bei Amazon ein Pack mit 20 verschiedenen Stoffmasken gekauft. Diejenige die ich ausgewählt habe, befestigte ich mit Stecknadeln auf den Styroporkopf und sprühte sie erstmal grosszügig mit Haarspray ein um ihr etwas Festigkeit zu geben. Danach habe ich etwas vom Jersey des Kleides auf einer Seite drunter genäht. Die Ohren habe ich auf einer Seite auch mit dem Jersey und auf er anderen Seite mit dem Tüll vergrössert. Dann habe ich auch hier ganz viele kleine Strasssteine aufgeklebt, um Akzente zu setzten grüne und silberne, und auf der Stoffseite der Maske noch ganz viele schwarze.
Die Bearbeitungszeit der Maske war etwa 2 Stunden.

Die Accessoires

Nun brauchte ich natürlich auch noch Schmuck und eine Handtasche.
Für die Ohrringe habe ich bei Leib und Gut silberne Stecker gekauft, an welche man etwas annähen kann. Dann habe ich aus dem Stoff, dem Leder und der Spitze die gewünschte Form in verschiedenen Grössen ausgeschnitten und diese zusammen an den Ohrring genäht. Auch da kam natürlich noch etwas Strass drauf.

Für die Halskette habe ich lange nach einem passenden Stein gesucht bis ich ihn am Jahrmarkt in St.Gallen gefunden habe. Eigentlich war es ein Schlusselanhänger, ich habe jedoch den für mich überflüssigen Teil abgeschnitten. Durch die verbleibende Öse habe ich ein Band aus dem Jersey gezogen. Auf dieses habe ich auch wieder kleine Strasssteine geklebt.

Die Tasche ist auch aus dem Jersey mit einer Kordel als Henkel und -wie könnte es anders sein- Strasssteienen drauf. Um Sie stabiler zu machen habe ich den Jersey und das Futter geklebt und im Taschenboden ein Plastikstäbchen eingearbeitet.
Die Herstellung der Accessoires dauerte etwa 2 Stunden.

Der Maskenball

Mit dem Ergebnis war ich sehr zufrieden. Die passenden Strümpfe und Schuhe hatte ich zum Glück schon und so konnte es dann ganz entspannt losgehen. Ich habe den Ball sehr genossen, die Location war wunderschön, vor allem in die Bibliothek habe ich mich auf den ersten Blick verliebt. In dieser gab es auch das Angebot, sich von einem Fotografen ablichten zu lassen.

Toll finde ich, dass ich aus diesem Kostüm auch noch Variationen machen kann. Mit dem Jersey Kleid habe ich ein gutes Sommeroutfi. Für etwas festlichere Anlässe kann ich das Kleid mit dem Korsett kombinieren oder das Korsett zu einem anderen Kleid anziehen.

 

Die Preisfrage

Immer wieder ist es Thema, das liebe Geld. Ich erlebe es oft, dass Menschen mit einer Idee von einem Kleidungsstück auf mich zukommen und wenn es um die Preisfrage geht ziemlich schockiert sind.
Wenn ich dann erkläre, wie der Preis zustande kommt, verstehen es die meisten und finden es auch gerechtfertigt. So dachte ich, es kann nicht schaden, dies hier mal öffentlich zu machen. 

Konfektion und massarbeit im vergleich

Vorgängig ist es wichtig, sich den Unterschied von Konfektionskleidern zur Massanfertigung klar zu machen. In der Konfektion wird z.B. eine Jeans in 15 Minuten zusammengenäht. Dabei erledigen jedoch viele Arbeiter/innen* immer denselben Arbeitsschritt und geben die Hose dann der nächsten weiter. Auch haben sie für jeden Schritt spezialisierte Maschinen.
So ist natürlich der Herstellungsprozess um einiges schneller als wenn man die Maschine immer wieder richtig einstellen (andere Fäden und Stichlängen für Nähte und Steppe) und immer wieder aufstehen muss um zu Bügeln etc.
Des Weiteren ist zu bedenken, dass in der Konfektion ein Schnittmuster für viele Hosen benützt und der Zuschnitt von Maschinen erledigt wird. Und die Herstellung wird meist in Billiglohnländern erledigt.
Im Vergleich dazu mache ich für jede neue Hose ein Schnittmuster (ca. 30 Minuten, je nach Komplexität), schneide von Hand zu (ca. 30 Minuten) und nähe alles mit denselben zwei Maschinen zusammen, Arbeitsschritt für Arbeitsschritt. Wenn wir davon ausgehen, dass ich eine Hose mache, bei der ich weiss, dass der Schnitt stimmt und die ich von Anfang bis Ende durchnähen kann habe ich dafür bei einer Jeans ca. 6 Stunden.
Im Normalfall kommen jedoch noch Anproben dazu, dies impliziert, dass die Hose soweit fertig sein muss, dass man sie Anziehen kann, ich aber danach oft Nähte wieder auftrennen muss um z.B. eine Tasche einzuarbeiten oder einen Zierstepp zu machen. Dies verlängert die Arbeitszeit natürlich. Und jetzt können alle selbst rechnen, ohne Anprobe und Änderungen dauert das Herstellen einer Jeans auf Mass ca. 7 Stunden.

verschiedene Kleidungsstücke

Nun ist wohl allen klar, wie viel Arbeit hinter einer Hose steckt, aber was ist mit T-Shirts, Röcken, Kleidern oder gar noch aufwändigeren Stücken?
Wie auch bei der Hose ist es abhängig davon, wie das Endergebnis aussehen soll. Ein Rock mit Seitennähten und einem Gummizug im Bund ist etwas ganz anderes als einer mit vielen Volants, Reissverschluss und Futter. Aus diesem Grund werde ich mich auch nicht dazu hinreissen lassen, hier generelle Aussagen zu weiteren Stücken zu tätigen. Die gewünschte Ausführung und auch das Material sind wichtige Faktoren bei der Preisberechnung. Aber auch die Anzahl der Anproben hat einen Einfluss, weil das Stück jedes Mal anziehfertig gerichtet wird. Natürlich versuche ich immer möglichst wenige Anproben zu machen, jedoch mache ich lieber eine zu viel als eine zu wenig, denn wenn das Stück fertig ist wird es nur noch aufwändiger es zu ändern.

So setzt sich der Preis zusammen

Nun aber zur Preisfrage, wie setzt sich der Preis für ein bei mir gefertigtes Kleidungsstück genau zusammen?
Den grössten Teil macht natürlich wie oben beschrieben die Zeit aus, welche ich für die Herstellung aufwende. Dabei ist wichtig zu wissen, dass ich Besprechungen und Anproben nicht verrechne. Dazu kommt der Stoff und anderes Material wie Knöpfe, Reissverschlüsse, Klebeeinlagen und ähnliches.
Diese zwei Faktoren (Arbeitszeit und Material) machen dann auch schon den Gesamtbetrag aus.
Man kann sich jetzt noch fragen, wie mein Stundenansatz von 60.- entsteht. Dies ist schnell gesagt, ich arbeite von zu Hause und kann deshalb etwas weniger verlangen als andere Ateliers, dennoch muss ich meine Maschienen instand halten und Miete zahlen. Da ich einen zu geringen Umsatz habe, bin ich nicht Mehrwertsteuerverpflichtet, auch dies hat einen Einfluss.

Nun hoffe ich, mit diesem Eintrag einige Fragen befriedigend beantwortet zu haben, natürlich dürft ihr mir auch weiterhin Preisfragen stellen ;-)

Genderneutrale Kinderkleider

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Und hier gehts zur passenden Galerie

Die vorgeschichte

Ja, ich sagte immer, dass ich keine Kinderkleider nähen würde. Und ich belächelte die Teilnehmerinnen des Nähkurses, den ich mal geleitet habe, welche das taten. Die Gründe waren, dass ich fand es lohne sich nicht. Kaum ist das Stück fertig ist es auch schon zu klein, Babys und Kleinkinder wachsen nun mal unglaublich schnell. Und sie sind noch zu klein um die Arbeit wertschätzen zu können. Auch finanziell lohnt es sich nicht. Wenn man nicht Markenverliebt ist, kosten Kinderkleider nicht viel und es gibt genügend Tauschbörsen. Sowieso sind Eltern froh, wenn sie die zu kleinen Kleider jemand anderem weitergeben können. Ist ja auch legitim und verantwortungsvoll gegenüber unseren Ressoursen.

Und dann begannen Freunde von mir Kinder zu bekommen. Und ich sah mich in verschiedenen Geschäften auf der Suche nach genderneutralen Kinderkleidern zum Verschenken. Die Suche war weitestgehend unbefriedigend. Entweder ist die Nachfrage zu klein oder einfach noch nicht bei den Herstellern angekommen. Da ich aber der Meinung bin, dass man Kinder nicht schon in so jungem Alter zu Geschlechterstereotypen konditionieren soll, war ich nicht dazu bereit, rosa oder blaue Kleider zu kaufen und verschenken.

der weg

So machte ich bei meinem nächsten Ausflug an den Stoffmarkt Halt bei meinem Albtraum, dem Stand mit Jerseystoffen. Immer versteckt hinter einer Horde Mütter, die Hobbymässig nähen -was ja nicht verwerflich ist, einfach mühsam, wenn fünf der Gattung 10 Minuten darüber diskutieren ob jetzt Stoff A oder B passender ist und damit den halben Stand unzugänglich machen. An dieser Stelle meine Hochachtung an die Verkäufer.
Ich habe mich also so schnell wie möglich durch die Mütter gekämpft und einige Stoffe gekauft, welche ich als Genderneutral und nicht allzu kitschig empfinde.

Da man weder in der Lehre zur Damenschneiderin noch in der Weiterbildung als Theaterschneiderin lernt Schnittmuster für Kinderkleider zu konstruieren habe ich mich auf die Suche im Internet gemacht. Und bin sehr schnell fündig geworden, es gibt wirklich viele gute Seiten, die ihre Muster gratis zur Verfügung stellen.
Das nähen war dann Routine, alles mit der Overlock zusammennähen und die Kanten entweder mit einem Bündchen versehen oder mit der Covermaschiene versäubern. Es ist erstaunlich, wie viele Babykleider man aus 80cm Stoff machen kann.

das ergebnis

Schlussendlich musste ich zugeben, dass es zeitlich gar nicht so aufwändig ist die Kleider zu machen, zumindest wenn man sich mit einfachen Schnitten zufriedengibt. (In diesem Punkt verstehe ich die Teilnehmerinnen meines damaligen Nähkurses immer noch nicht, die haben teilweise Kleidungsstücke für ihre Kinder genäht, an denen sie mehrere Stunden Arbeit hatten.) Jedoch bin ich nach wie vor der Meinung, dass es sich finanziell nicht lohnt, zumindest wenn man die Arbeitszeit* mitrechnet. Was ich aber bei Geschenken natürlich nicht mache :-)

Und ich habe festgestellt, dass es Mitwachskleider gibt, also Kleider, die über 2 Grössen getragen werden können, indem man die Bündchen so lange macht, dass sie für die kleinere Grösse einmal umgeschlagen werden können. In der Breite wachsen die Kinder im Normalfall dann ja doch nicht so schnell.
Um auch noch meinen letzten Kritikpunkt anzusprechen, Die Kinder mögen die Arbeit zwar noch nicht wertschätzen können, die Eltern hatten aber bisher immer grosse Freude an den Geschenken und das ist sicher gleich viel wert.

*Für alle dies interessiert, bei meinem Stundenansatz von 60.- müsste ich exkl. Material für einen Body ca. 70.- verlangen, für ein Shirt ca. 55.- und für eine Hose ca. 40.-

Mein Sommerkleid 2018 in Variationen

Nachdem ich in letzter Zeit ein paar Kilo zugenommen habe war es an der Zeit, ein neues Sommerkleid zu nähen. Ich erinnerte mich an eine Begebenheit vor zwei Jahren, als ich mich in Florenz in ein Miss Sixty Jeanskleid verliebt habe. Dieses war mir aber auch im 38 (die grösste verfügbare Grösse) viel zu klein. So entschied ich mich nun, es aus meiner Erinnerung nachzunähen.

Aufgrund der neuen Figur konstruierte ich erstmal eine neue Oberteilgrundform mit meinen aktuellen Massen. Es ist immer wieder lustig, sich selber auszumessen ;-) Von dieser Grundform leitete ich dann das Schnittmuster für das Sommerkleid ab.

Von meinem letzten Stoffeinkauf in Italien hatte ich noch einige Meter eines guten Jeansstoffs, nicht zu dick und mit etwas Elasthan drin. Wegen der grossen Weite im Saum war es auch nötig, genügend Stoff zu haben. Am Schluss habe ich etwa 4 Meter verbraucht. Nun also zuschneiden und zur Anprobe zusammennähen. Nach ein paar kleineren Änderungen und einer zweiten Anprobe konnte ich es dann fertig machen.Fadenverbrauch von Schneiderin Simona Zwischen den beiden vorderen Teilungsnähten habe ich noch Taschen eingenäht. So kann ich kleinere Dinge mit mir tragen, ohne auf eine Handtasche angewiesen zu sein. Da ich mich für auseinandergebügelte und doppelt abgesteppte Nähte entschieden habe, brauchte ich auch ziemlich viel Faden. Gesamthaft etwa 6 Spulen à 30 Meter, also 180 Meter. Beim Verschluss entschied ich mich für kupferfarbene Druckknöpfe.

Und schon war das Jeanskleid fertig. Mit seiner Hochgeschlossenheit durch den Kragen und die eher breiten Schultern sowie der Länge bis Mitte Waden ist es mehr etwas für den Abend oder nicht ganz so heisse Tage. Deshalb entschloss ich mich, den Schnitt noch zu ändern und zwei etwas luftigere Variationen zu nähen.

Bei der ersten Variation wollte ich ein Neckholder machen, bei der zweiten im Rücken gekreuzte Träger. Auch sollten beide Kleider etwas kürzer werden als das Jeanskleid, richtige Sommerkleider hald. Dementsprechend entschied ich mich für zwei Leinenstoffe, die ich schon vor längerer Zeit auf einem Mittelaltermarkt gekauft habe. Beim orangen Neckholder steppte ich die Nähte kontrastreich mit Schwarz ab. Da es kürzer ist und im Rücken einen relativ tiefen Ausschnitt hat, brauchte ich hierfür nicht ganz so viel Faden wie beim Jeanskleid. Passend zu den Steppnähten wählte ich ebenfalls schwarze Druckknöpfe für den Verschluss.  Auch dieses Kleid hat Taschen, diesmal aber zwischen der Seitennaht und der vorderen Teilungsnaht.

Das Olivegrün des zweiten Leinenkleides gefällt mir so gut, dass ich die Nähte in der gleichen Farbe absteppte. Hier entschied ich mich auf für einen Reissverschluss in der Seitennaht als Verschluss. So kann ich es zwar nicht gaz so einfach ausziehen, dafür wird die Harmonie des Stoffes nicht unterbrochen. Da ich etwas knapp Stoff hatte reichte es bei diesem Kleid leider nicht mehr für Taschen.

 

 

Latex Part 2

Mehrfach versprochen ist hier ein zweiter Beitrag zum Thema Latex. Wer den ersten nicht gelesen hat kann dies hier nachholen.

Das Top

Das Endziel war es, ein Latexkleid für die Fetischparty am WGT zu machen. Dazu habe ich ein bestehendes Schnittmuster von einem Neckholdertop von mir genommen und erstmal etwas enger gemacht. Dann klebte ich es aus rotem 3,5mm Latex zusammen, für die Kanten benutzte ich schwarzes 0.6mm Latex. Das Kleben der Rundungen (Brustform) war etwas mühsam, ging aber.
Mit dem Ergebnis war ich zufrieden, nur ein paar kleine Schnittänderungen machte ich noch bevor es an das Kleid ging.

Das kleid

Dieses fertigte ich aus 0.4mm metallicgrünem Latex an, eine Farbe, die mir sehr gefällt.
Damit die Klebestellen wirklich sauber werden habe ich die zugeschnittenen Teile erstmal gut gewaschen um die Talkumreste zu entfernen, danach wie gehabt die Klebekanten mit Waschbenzin reinigen und den Kleber auftragen, das Ganze trocknen lassen. Das Zusammenkleben war doch etwas anspruchsvoller, vor allem weil die Teile viel länger waren als beim Oberteil und ich so sehr gut aufpassen musste, dass es unten nicht aufeinander fällt während ich noch am Anfang der Naht war. Ich hatte oft das Gefühl, eine Hand zu wenig zu haben. Dennoch habe ich es irgendwie ohne grössere Pannen geschafft das Kleid fertig zu machen und bin sehr glücklich mit dem Ergebnis.

0,25mm

Wo ich gerade dabei war versuchte ich mich noch an 0.25mm Latex. Da ich schon die Befürchtung hatte, dass mir dies nicht so liegt sollte es nur ein kurzes Oberteil werden, ähnlich einem Sport-BH. Ich merkte schon beim Auftragen des Klebers, dass es ganz anders reagiert. Die Kanten haben sich zu einem ganz kleinen Röllchen aufgerollt und in sich verklebt. Sie liesen sich nur sehr mühsam und nicht immer vollständig wieder lösen. Wie dem auch sei, ich habe das Top gemacht und entschieden, dass ich bei 0,35mm oder dickerem Latex bleibe, das Dünne ist mir ein zu grosses Gefummel.

Glanzbehandlung und fazit

Zum Schluss habe ich noch alle hergestellten Stücke in die Badewanne gelegt, erst gewaschen und dann einer Glanzbehandlung unterzogen. Jetzt sind sie fertig zum Ausführen. Wie man am Bild sieht ist dies auch teilweise schon geschehen.
Und ja, ich habe neues Latex zum Verarbeiten aus Deutschland mitgebracht. Es macht mir durchaus Spass, ich denke aber, dass es eher etwas für den Privatgebrauch ist oder mal für gute Freunde. Es gibt ja schon Menschen, die professionell Latexkleider herstellen, an dieses Level werde ich wohl nicht rankommen und das ist auch nicht schlimm. Vielleicht werde ich irgendwann ein oder zwei einfache Stücke, die mir sehr gut gefallen zum Verkauf anbieten, ähnlich der kleinen Peitsche.
In der Zwischenzeit werde ich noch ein bisschen für mich kleben und weiter mit dem Material und verschiedenen Schnitten experimentieren.

Meine Serana

wie es dazu kam

Vor zwei Jahren im Herbst hat mein Freund mir das Game Skyrim gezeigt. Daraufhin habe ich einen grossen Teil meiner Freizeit in dem Winter damit verbracht, es zu spielen. Es war seit vielen Jahren das erste Mal, dass ich gegamt habe. Im Frühling ist es dann wieder in Vergessenheit geraten. Bis zum letzten Herbst, als ich es nochmal von Vorne begonnen habe. Diesmal etwas planvoller.
Meine Lieblingsbegleitung ist klar die Vampirin Serana. Im Lauf des Spieles habe ich sie dann in eine verbesserte Vampieruniform gesteckt und ich muss zugeben, dass ich mich schon ein bisschen in sie verliebt habe.

Irgendwann kam dann aber wieder der Frühling und mit ihm die Lust, mich kreativ zu betätigen. Da ich mehrere Jahre mit einer Freundin zusammengewohnt habe, welche Cosplays macht, kam ich auf die Idee, mir Seranas Uniform zu nähen. Dabei war es nicht mein Ziel, die Uniform 1:1 zu machen. So war mir von Anfang an klar, dass ich keine Kapuze wollte und es keine Metallaplikationen geben soll. Also kein richtiges Cosplay, sondern mehr ein von Seranas Uniform inspiriertes Kostüm.

die arbeit

Zuerst war da natürlich die Frage nach dem Material. Sicher, Leder wäre absolut geil gewesen, aber hald auch sehr teuer. So entschied ich mich für einen schwarzen Jeans mit kupferfarbenen Glitzerpunkten als Basis. Anstelle der Metallaplikationen überlegte ich eine Weile zwischen Passepoils und sehr auffälligen Steppereien hin und her. Dazu muss man sagen, dass ich ein sehr negatives Verhältnis zu Passepoils habe, ich mag sie einfach nicht. Dennoch entschied ich mich nach kurzen Meinungsaustauschen mit meinem Freund und besagter Freundin für die Passepoils, es sieht einfach besser aus. Hergestellt habe ich sie aus einem auberginefarbenen Seidenstoff.

Dann kam der Schnitt an die Reihe. Dafür suchte ich im Internet diverse Bilder der Uniform von vorne und hinten bis ich das Gefühl hatte, etwas Realistisches hinzubekommen. Man muss den Machern von Skyrim lassen, dass sie sehr viel Detailliebe haben und sich wohl auch über Dinge wie Verschlüsse der Kleider ihre Gedanken gemacht haben – es würde real fast funktionieren.
Ich habe mich dazu entschieden, beim Rock einen Reissverschluss einzuarbeiten und alle anderen Teile -zum Leidwesens meines Anziehhelfers- mit einer Schnürung in der hinteren Mitte zu versehen.
Ich mag ja sonst schlichte und einfache Schnitte. Dies war etwas ganz anderes, mit schlussendlich 32 Schnittteilen sicher ein persönlicher Rekord. Das Zuschneiden war auch dementsprechend spassig. Da viele Teile sehr klein sind konnte man sie gut ineinanderlegen und so blieben fast keine Stoffresten übrig. Natürlich habe ich zuerst einen Prototyp aus billigem Baumwollstoff genäht um den Schnitt zu testen.

Das schlussendliche Nähen war -vor allem wegen der Passepoills- sehr zeitaufwändig, allein für ein Schulterteil habe ich ca. 6 Stunden gebraucht. Ich habe fast 2m Stoff in Schrägstreifen geschnitten um diese herzustellen. Dass hiess, Schrägstreifen zuschneiden, um eine Kordel nähen, Paspel an das Stück nähen, Naht schliessen. Damit alles schön liegt habe ich dann noch die Nähte beidseitig abgesteppt.

Einiges Kopfzerbrechen machten mir die Schulterteile, vor allem die Frage danach, ob und wenn ja wo ich sie wie zusammen Nähe. Schlussendlich habe ich mich bei der Anprobe entschieden, alles miteinander zu verbinden, so verschiebt sich nichts wenn ich mich bewege.
Auch die Frage, wie ich mit dem Einfüttern vorgehe hat mich länger beschäftigt, beim Machen hat sich dann gezeigt, dass ich gar nicht so viel von Hand annähen musste wie befürchtet.

meine serana

Nun ist sie fertig und ich bin mega glücklich mit meiner Serana. Natürlich habe ich, als ich sie am WGT zum ersten Mal ausgeführt habe auch meine Augen der Vampirin angepasst.

Es ist klar, die Arbeit war langwierig und manchmal auch etwas mühsam,  aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Ich finde das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Insbesondere gefällt mir, wie meine Brüste darin zur Geltung kommen.
Und wie gefällt meine Serana euch?

Nähmarathon vor dem WGT

Wer mich kennt weiss, dass ich in Bezug auf Kleider nicht sehr schwarz und auch nicht sehr Gotik bin. Trotzdem ging es dieses Jahr zum zweiten Mal ans WGT. Da ich nicht -wie letztes Jahr- planlos alles Schwarze aus meinem Schrank einpacken wollte, habe ich 3 Wochen vorher damit begonnen zu nähen. Zugegeben, das war relativ knapp, weshalb es dann auch in einen Marrathon ausartete. Nach der Arbeit zu Hause weiternähen und an den Wochenenden so weit möglich natürlich auch.
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Da ich für mich schon zwei Outfits hatte, machte ich zuerst einen Rock für meine Begleitung. Den Stoff dafür haben wir schon länger an einem Markt gekauft. Ein jeansähnlicher schwarzer Stoff mit einem leicht glänzenden Muster. Der Rock besteht aus zwei einzelnen Teilen, welche übereinander getragen werden können. Auf der Seite hat es jeweils eine grössere Tasche mit drei D-Ringen zum Befestigen von diversen Dingen. Auch unten an den Gurtschlaufen sind kleinere D-Ringe angebracht.


Dazu machte ich noch ein etwas breiteres Halsband aus demselben Stoff auch mit einem D-Ring. Da dieses der Begleitung zu breit war gab es noch ein schmaleres mit Kragen und O-Ring.


Damit er auch etwas Schönes zum oben anziehen hat gab es noch ein Neckholder aus dünnem Jeansstoff, natürlich auch schwarz. Als wir im Bernina-Laden waren um Kleinzubehör zu kaufen sah er dann noch ein Kunstleder, das ihm für einen Rock gefiel. Also kauften wir es und ich hatte noch mehr zu tun. Das ich mit meinen Sachen noch nicht mal begonnen habe vergessen wir mal…


…oder auch nicht, nun war erstmal ich an der Reihe. Aus einem etwas dickeren Jeans nähte ich zuerst eine weite Hose. Auf diese kamen dann verschiedene Taschen aus Resten des oben erwähnten Rockstoffs. Dazu gab es noch ein passendes Gilet mit doppelreihigem Verschluss.


Den Kunstlederrock machten wir dafür ganz einfach, nach einem ersten Versuch mit Gummizug oben -gefiel nicht, weder ihm noch mir- entschieden wir uns für je zwei Falten vorne und eine hinten. So fällt er ganz schön. Klar, das Material ist nicht das beste, kann man von günstigem Kunstleder auch nicht erwarten, es klebt zusammen wenn man darauf sitzt und bekommt Falten, war katastrophal zum nähen (ich konnte Heften so viel ich wollte, es gab trotzdem Schrägzüge) und wird sich vermutlich relativ schnell abnutzen. Trotzdem war es die Arbeit wert und sieht gut aus.


Da der Wetterbericht für die ersten Tage nicht sehr warm aussah und ich erfahrungsgemäss schnell friere entschloss ich mich zwei (Arbeits)Tage vor der Abfahrt noch ein Hemd für unter das Gilet zu nähen, dazu benützte ich einen Baumwollstoff mit dezenten Stickereien drauf. Auch wenn ich deswegen ziemlich in Stress kam war ich am WGT sehr froh darüber.


Nun will ich euch natürlich auch meine zwei erwähnten schon vorhandenen Outfits nicht vorenthalten, eines kann ich euch hier zeigen, beim anderen müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden, es hat einen eigenen Blogeintrag mehr als verdient.
Das Kleid und den passenden Frack habe ich schon länger aus einem Jeansstoff genäht und danach teilweise mit Textilfarbe besprayt. Als Ergänzung bastelte ich noch eine Fliege sowie einen kleinen Zylinder.


Als Fazit, es hat sich gelohnt die viele Arbeitszeit zu investieren und der Stress war mit der Ankunft in Leipzig vergessen. Es waren schöne Tage am WGT und werden es auch nächstes Jahr wieder werden. Aufmerksame Leser meines Blogs werden noch das Latexkleid der Fetischparty vermissen, auch dieses wird natürlich einen eigenen Beitrag bekommen.

Erste Versuche mit Latex

Nachdem ich lange nichts damit anfangen konnte bin ich am letztjährigen WGT der Faszination von Latex erlegen.

Das Material wird ja nicht genäht sondern geklebt. Also habe ich mich informiert, wie man am besten vorgeht um selber Latexkleider zu machen. Zum Glück gibt es da sehr viele Tutorials im Netz zu finden.
Nachdem ich dann sowohl Latex in verschiedenen Dicken als auch alles restliche benötigte Material besorgt habe ging es dann ans Kleben.

Das Kleben

Nun hatte ich also einmal Latexkleber empfohlen für Material dünner als 0,6mm und einmal Gummimilch für material dicker als 0.6mm.
Mich an die Empfehlung haltend habe ich natürlich den Latexkleber benutzt. Abgesehen davon, dass es ziemlich mühsam zum Auftragen war hatte es nach dem zusammenkleben ziemlich hässliche Kleberrückstände an den Nähten. Ein Freund sagte mir dann, dass er immer die Gummimilch nehme zum Kleben, auch für dünnes Latex.
Also nochmal von vorn.
Nachdem ich beim Latexkleber gemerkt habe, dass Pinsel nicht so ganz mein Werkzeug sind habe ich mir aus einem Küchenschwamm und einem Stäbchen ein neues Kleberauftragungswerkzeug gebastelt, dies hat auch sehr gut funktioniert und so war das erste Stück bald fertig.

Die Ergebnisse

Ein Minirock aus schwarzem 0.6mm Latex welcher unten ein Volant haben sollte. Der Rock passte auch ganz gut, das Volant kann man aber nicht als solches bezeichnen…

Um noch etwas Übung im Kleben zu bekommen habe auch aus dem 0.6mm Latex ich ein Oberteil für einen Freund gemacht, als Muster benutzte ich ein Jersey Top welches gut eng sass und ihm von der Ausschnittform und Ähnlichem gefiel. Beim Probieren stellten wir dann leider fest, dass es ihm zu eng ist. Ich habe es dann auch anprobiert und mir passt es recht gut, auch wenn es die Brüste ziemlich flach drückt…

Nun wo ich meiner Meinung nach genug Versuche mit 0.6mm Latex gemacht hatte getraute ich mich ans 0.35mm heran. Als Schnittbasis wieder der Minirock, nur diesmal mit einem besseren Volant. Funktionierte alle wie geplant und ich finde das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Interessant finde ich, dass der Rock mit dem dünneren Latex gefühlt viel weniger Eng ist als der im dickeren Latex. Da muss ich wohl noch eine Weile experimentieren bis ich rausgefunden habe, wie viel enger ich den Schnitt bei welcher Latexdicke machen muss. Als nächstes werde ich nun ein Oberteil mit Verschnittlinien machen um ein etwas körperbetonteres Ergebnis zu bekommen.

Grundsätzlich muss ich sagen, macht es mir Spass mit Latex zu arbeiten. Da man den Kleber nach dem Auftragen erst einige Minuten trocknen lassen muss bevor man es zusammenklebt ist ein bisschen Planung und Vorausschauen während der Arbeit nötig was aber durchaus gut ist. An was ich mich noch gewöhnen muss ist die Atemschutzmaske, die find ich einfach ziemlich unbequem.

Alles neu…

…zumindest hier auf der Seite.

Wie es dazu kam?

Nun, ich hatte das Gefühl, die Seite wie sie vorher war entsprach mir nicht mehr. Und so habe ich das nicht ganz so gute Wetter in genutzt und mich wiedermal ein bisschen ins WordPress vertieft. Was dabei herausgekommen ist siehst du vor dir, ich hoffe es gefällt.
Es ist nun keine reine Geschäftsseite mehr, soll es auch nicht sein. Natürlich soll sie immer noch als Referenz für meine Nähdienste dienen, aber darüber hinaus soll sie auch aufzeigen was ich so mache und etwas persönlicher sein als die vorherige. Dazu wird vor allem dieser Blog dienen.
Und zuallererst möchte ich hier einen Überblick zur Seite geben.

Die Startseite – Schneiderin Simona

Nun, da kann ich nicht viel sagen, hier stelle ich mich kurz vor und man erfährt etwas über die Konditionen und Abläufe bei einem Auftrag.

Der Blog

Ist dazu da, einen Einblick in meine aktuellen Arbeiten zu geben. Er soll zeigen an was und wie ich arbeite. Was mir wichtig ist an meinen Arbeiten. Warum ich etwas so und nicht anders mache. Er ist ein Mittel, um grössere Projekte vorzustellen und etwas vertiefter auf Themen einzugehen die mich beschäftigen.

Die Galerie

Wie der Titel schon sagt, hier gibt es Bilder. Neue und alte, von Kleidern, Details, Peitschen und anderen textilen Dingen. Ich habe vor, die Galerien von Zeit zu Zeit zu aktuialisieren, es lohnt sich also immer mal wieder rein zu schauen.

Kontakt und Impressum

Ja, das sind zwei einzelne Seiten, und beide sind völlig selbsterklärend. Hier stehen sie nur der Vollständigkeit halber.