Latex Part 2

Mehrfach versprochen ist hier ein zweiter Beitrag zum Thema Latex. Wer den ersten nicht gelesen hat kann dies hier nachholen.

Das Top

Das Endziel war es, ein Latexkleid für die Fetischparty am WGT zu machen. Dazu habe ich ein bestehendes Schnittmuster von einem Neckholdertop von mir genommen und erstmal etwas enger gemacht. Dann klebte ich es aus rotem 3,5mm Latex zusammen, für die Kanten benutzte ich schwarzes 0.6mm Latex. Das Kleben der Rundungen (Brustform) war etwas mühsam, ging aber.
Mit dem Ergebnis war ich zufrieden, nur ein paar kleine Schnittänderungen machte ich noch bevor es an das Kleid ging.

Das kleid

Dieses fertigte ich aus 0.4mm metallicgrünem Latex an, eine Farbe, die mir sehr gefällt.
Damit die Klebestellen wirklich sauber werden habe ich die zugeschnittenen Teile erstmal gut gewaschen um die Talkumreste zu entfernen, danach wie gehabt die Klebekanten mit Waschbenzin reinigen und den Kleber auftragen, das Ganze trocknen lassen. Das Zusammenkleben war doch etwas anspruchsvoller, vor allem weil die Teile viel länger waren als beim Oberteil und ich so sehr gut aufpassen musste, dass es unten nicht aufeinander fällt während ich noch am Anfang der Naht war. Ich hatte oft das Gefühl, eine Hand zu wenig zu haben. Dennoch habe ich es irgendwie ohne grössere Pannen geschafft das Kleid fertig zu machen und bin sehr glücklich mit dem Ergebnis.

0,25mm

Wo ich gerade dabei war versuchte ich mich noch an 0.25mm Latex. Da ich schon die Befürchtung hatte, dass mir dies nicht so liegt sollte es nur ein kurzes Oberteil werden, ähnlich einem Sport-BH. Ich merkte schon beim Auftragen des Klebers, dass es ganz anders reagiert. Die Kanten haben sich zu einem ganz kleinen Röllchen aufgerollt und in sich verklebt. Sie liesen sich nur sehr mühsam und nicht immer vollständig wieder lösen. Wie dem auch sei, ich habe das Top gemacht und entschieden, dass ich bei 0,35mm oder dickerem Latex bleibe, das Dünne ist mir ein zu grosses Gefummel.

Glanzbehandlung und fazit

Zum Schluss habe ich noch alle hergestellten Stücke in die Badewanne gelegt, erst gewaschen und dann einer Glanzbehandlung unterzogen. Jetzt sind sie fertig zum Ausführen. Wie man am Bild sieht ist dies auch teilweise schon geschehen.
Und ja, ich habe neues Latex zum Verarbeiten aus Deutschland mitgebracht. Es macht mir durchaus Spass, ich denke aber, dass es eher etwas für den Privatgebrauch ist oder mal für gute Freunde. Es gibt ja schon Menschen, die professionell Latexkleider herstellen, an dieses Level werde ich wohl nicht rankommen und das ist auch nicht schlimm. Vielleicht werde ich irgendwann ein oder zwei einfache Stücke, die mir sehr gut gefallen zum Verkauf anbieten, ähnlich der kleinen Peitsche.
In der Zwischenzeit werde ich noch ein bisschen für mich kleben und weiter mit dem Material und verschiedenen Schnitten experimentieren.

Nähmarathon vor dem WGT

Wer mich kennt weiss, dass ich in Bezug auf Kleider nicht sehr schwarz und auch nicht sehr Gotik bin. Trotzdem ging es dieses Jahr zum zweiten Mal ans WGT. Da ich nicht -wie letztes Jahr- planlos alles Schwarze aus meinem Schrank einpacken wollte, habe ich 3 Wochen vorher damit begonnen zu nähen. Zugegeben, das war relativ knapp, weshalb es dann auch in einen Marrathon ausartete. Nach der Arbeit zu Hause weiternähen und an den Wochenenden so weit möglich natürlich auch.
Wenn ihr die Bilder gerne in gross anschauen wollt einfach draufklicken…


Da ich für mich schon zwei Outfits hatte, machte ich zuerst einen Rock für meine Begleitung. Den Stoff dafür haben wir schon länger an einem Markt gekauft. Ein jeansähnlicher schwarzer Stoff mit einem leicht glänzenden Muster. Der Rock besteht aus zwei einzelnen Teilen, welche übereinander getragen werden können. Auf der Seite hat es jeweils eine grössere Tasche mit drei D-Ringen zum Befestigen von diversen Dingen. Auch unten an den Gurtschlaufen sind kleinere D-Ringe angebracht.


Dazu machte ich noch ein etwas breiteres Halsband aus demselben Stoff auch mit einem D-Ring. Da dieses der Begleitung zu breit war gab es noch ein schmaleres mit Kragen und O-Ring.


Damit er auch etwas Schönes zum oben anziehen hat gab es noch ein Neckholder aus dünnem Jeansstoff, natürlich auch schwarz. Als wir im Bernina-Laden waren um Kleinzubehör zu kaufen sah er dann noch ein Kunstleder, das ihm für einen Rock gefiel. Also kauften wir es und ich hatte noch mehr zu tun. Das ich mit meinen Sachen noch nicht mal begonnen habe vergessen wir mal…


…oder auch nicht, nun war erstmal ich an der Reihe. Aus einem etwas dickeren Jeans nähte ich zuerst eine weite Hose. Auf diese kamen dann verschiedene Taschen aus Resten des oben erwähnten Rockstoffs. Dazu gab es noch ein passendes Gilet mit doppelreihigem Verschluss.


Den Kunstlederrock machten wir dafür ganz einfach, nach einem ersten Versuch mit Gummizug oben -gefiel nicht, weder ihm noch mir- entschieden wir uns für je zwei Falten vorne und eine hinten. So fällt er ganz schön. Klar, das Material ist nicht das beste, kann man von günstigem Kunstleder auch nicht erwarten, es klebt zusammen wenn man darauf sitzt und bekommt Falten, war katastrophal zum nähen (ich konnte Heften so viel ich wollte, es gab trotzdem Schrägzüge) und wird sich vermutlich relativ schnell abnutzen. Trotzdem war es die Arbeit wert und sieht gut aus.


Da der Wetterbericht für die ersten Tage nicht sehr warm aussah und ich erfahrungsgemäss schnell friere entschloss ich mich zwei (Arbeits)Tage vor der Abfahrt noch ein Hemd für unter das Gilet zu nähen, dazu benützte ich einen Baumwollstoff mit dezenten Stickereien drauf. Auch wenn ich deswegen ziemlich in Stress kam war ich am WGT sehr froh darüber.


Nun will ich euch natürlich auch meine zwei erwähnten schon vorhandenen Outfits nicht vorenthalten, eines kann ich euch hier zeigen, beim anderen müsst ihr euch noch ein bisschen gedulden, es hat einen eigenen Blogeintrag mehr als verdient.
Das Kleid und den passenden Frack habe ich schon länger aus einem Jeansstoff genäht und danach teilweise mit Textilfarbe besprayt. Als Ergänzung bastelte ich noch eine Fliege sowie einen kleinen Zylinder.


Als Fazit, es hat sich gelohnt die viele Arbeitszeit zu investieren und der Stress war mit der Ankunft in Leipzig vergessen. Es waren schöne Tage am WGT und werden es auch nächstes Jahr wieder werden. Aufmerksame Leser meines Blogs werden noch das Latexkleid der Fetischparty vermissen, auch dieses wird natürlich einen eigenen Beitrag bekommen.

Erste Versuche mit Latex

Nachdem ich lange nichts damit anfangen konnte bin ich am letztjährigen WGT der Faszination von Latex erlegen.

Das Material wird ja nicht genäht sondern geklebt. Also habe ich mich informiert, wie man am besten vorgeht um selber Latexkleider zu machen. Zum Glück gibt es da sehr viele Tutorials im Netz zu finden.
Nachdem ich dann sowohl Latex in verschiedenen Dicken als auch alles restliche benötigte Material besorgt habe ging es dann ans Kleben.

Das Kleben

Nun hatte ich also einmal Latexkleber empfohlen für Material dünner als 0,6mm und einmal Gummimilch für material dicker als 0.6mm.
Mich an die Empfehlung haltend habe ich natürlich den Latexkleber benutzt. Abgesehen davon, dass es ziemlich mühsam zum Auftragen war hatte es nach dem zusammenkleben ziemlich hässliche Kleberrückstände an den Nähten. Ein Freund sagte mir dann, dass er immer die Gummimilch nehme zum Kleben, auch für dünnes Latex.
Also nochmal von vorn.
Nachdem ich beim Latexkleber gemerkt habe, dass Pinsel nicht so ganz mein Werkzeug sind habe ich mir aus einem Küchenschwamm und einem Stäbchen ein neues Kleberauftragungswerkzeug gebastelt, dies hat auch sehr gut funktioniert und so war das erste Stück bald fertig.

Die Ergebnisse

Ein Minirock aus schwarzem 0.6mm Latex welcher unten ein Volant haben sollte. Der Rock passte auch ganz gut, das Volant kann man aber nicht als solches bezeichnen…

Um noch etwas Übung im Kleben zu bekommen habe auch aus dem 0.6mm Latex ich ein Oberteil für einen Freund gemacht, als Muster benutzte ich ein Jersey Top welches gut eng sass und ihm von der Ausschnittform und Ähnlichem gefiel. Beim Probieren stellten wir dann leider fest, dass es ihm zu eng ist. Ich habe es dann auch anprobiert und mir passt es recht gut, auch wenn es die Brüste ziemlich flach drückt…

Nun wo ich meiner Meinung nach genug Versuche mit 0.6mm Latex gemacht hatte getraute ich mich ans 0.35mm heran. Als Schnittbasis wieder der Minirock, nur diesmal mit einem besseren Volant. Funktionierte alle wie geplant und ich finde das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Interessant finde ich, dass der Rock mit dem dünneren Latex gefühlt viel weniger Eng ist als der im dickeren Latex. Da muss ich wohl noch eine Weile experimentieren bis ich rausgefunden habe, wie viel enger ich den Schnitt bei welcher Latexdicke machen muss. Als nächstes werde ich nun ein Oberteil mit Verschnittlinien machen um ein etwas körperbetonteres Ergebnis zu bekommen.

Grundsätzlich muss ich sagen, macht es mir Spass mit Latex zu arbeiten. Da man den Kleber nach dem Auftragen erst einige Minuten trocknen lassen muss bevor man es zusammenklebt ist ein bisschen Planung und Vorausschauen während der Arbeit nötig was aber durchaus gut ist. An was ich mich noch gewöhnen muss ist die Atemschutzmaske, die find ich einfach ziemlich unbequem.